"Es ist wegen dir!"

Leseprobe

Grace zog die Zwischentür zur großen Bibliothek auf, am anderen Ende des langen Raumes brannten noch Kerzen. Leise zog sie einen Stuhl heran und setzte sich.

Christian war über ein paar Schriftrollen eingeschlafen, den Kopf hatte er auf einer Hand abgelegt.

Grace stützte ihren Kopf auf die Ellenbogen und sah ihn im warmen Schein der Kerzen an, genoss sein gleichmäßiges Atmen.

Er hat sich rasiert, stellte sie mit Freude fest.

Sie streckte ihre Hand aus, strich sanft über seinen Kopf.

„Liebster, lass uns schlafen gehen!“, flüsterte sie zärtlich und leise, um ihn vorsichtig zu wecken.

Doch Christian hatte zu lange wachsam sein müssen, er riss erschrocken den Kopf hoch und sah sie kurz verwirrt an. Dann erstrahlte er förmlich, sein Lächeln war so warm, sie schmolz dahin.

„Hey“, sagte sie und beugte sich vor, um ihn zu küssen, „komm, lass uns ins Bett gehen.“

„Wie spät ist es?“, erkundigte er sich, seine Stimme war ganz knurrig vom Schlaf.

„Keine Ahnung, noch nicht so spät“, gähnte Grace und stand auf. In ihrer Linken erschuf sie eine kleine Lichtquelle, dann pustete sie die Kerzen aus und schob ihn vor sich her.

Während sie aus ihrer Kleidung schlüpfte, zog Grace das magische Feuer über sich hinweg und kroch danach unter die Decke. Die kühlen Laken ließen Gänsehaut auf ihrer Haut entstehen, doch sie genoss es beinahe.

„Dir ist kalt“, murmelte er, während er behutsam über ihren Körper strich und ihre nackte Schulter küsste.

„Nein, gar nicht“, sie drehte sich zu ihm um und kuschelte sich an ihn.

„Du hast aber Gänsehaut!“ Christians Stimme war warm und samtig, vibrierte in seinem Brustkorb.

„Hm“, machte sie, „das ist wegen dir. Ich habe dich vermisst.“

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