"Geh hinaus und lass dir das Herz herausreißen!"

Leseprobe

Er hörte, wie Treidis in seinem Schlafgemach nach ihm rief, aber er gab keine Antwort. Als er dann Kenta lachen hörte, löschte er eine Kerze nach der anderen. Zögernd stand er an der Tür, atmete tief durch, wieder und wieder.

Dann geh hinaus und lass dir das Herz herausreißen, dachte er bitter.

Er zog die Schiebetüren auf, aller Blicke wanderten zu ihm. Grace hatte ihren langen Rock angezogen und diese eine Bluse, die ihr Gesicht so strahlen ließ. Es war ungewohnt, sie nicht in einer Hose zu sehen, doch als sie sich drehte, um die Fleischplatte auf den Tisch zustellen, wünschte Christian sich, er hätte sie öfter einen Rock tragen sehen!

Seine beiden Freunde umarmten ihn zur Begrüßung.

Während er mechanisch irgendetwas von dem Essen in seinen Mund schaufelte, versuchte er, dem Gespräch zu folgen. Doch ebenso wie das Essen fad auf seiner Zunge war, langweilte ihn, was er hörte.

Kenta war ganz begeistert von den Veränderungen im Kloster, er schien seine neue Aufgabe zu genießen.

Treidis hingegen sprach beinahe nur von seinem ungeborenen Sohn, das drehte ihm das Messer immer und immer wieder in seinen Eingeweiden herum.

Grace lachte und unterhielt sich mit den beiden Magiern prächtig, doch wenn sich ihre und Christians Blicke begegneten, verstummte sie und schlug die Augen nieder.

Christian wusste, dass es für sie unglaublich schwer war.

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