„Und doch ist der Mann jetzt tot!“

Leseprobe

In seinen blauen Augen konnte sie sowieso nie lesen, was er dachte, bei dem unsteten Licht der Fackel war es schlicht sinnlos, es auch nur zu versuchen.

„Du hast den Tod von zwei Menschen zu verantworten.“

Er sprach leise, doch ein Schlag ins Gesicht hätte sie kaum härter treffen können.

Augenblicklich wurde ihre Kehle trocken.

„Ich weiß“, krächzte sie. „Aber … Aber ich wollte das nicht, wirklich nicht! Ich habe mich nur verteidigt, und sie haben mich bedroht … Er …“ Den galleartigen Geschmack, der sich in ihrem Mund ausbreitete, schluckte sie hinunter.„Er hatte ein Messer. Und er lag auf mir drauf!“ Tränen stiegen in ihr auf, sie versuchte, sie wegzublinzeln.

Sei nicht immer so eine Heulsuse!

„Er hat mich angefasst. Ich wollte doch nur, dass er aufhört, … mir nichts tut.“

Das Krächzen wurde leiser und leiser.

„Ich wollte nicht, dass er stirbt! Ich wusste nicht, dass ich das kann, das … wollte ich nicht.“

„Und doch ist der Mann jetzt tot.“

Ihre Kehle war wie zugeschnürt, sie bekam kaum noch Luft. „Ich … ich habe mich verteidigt“, presste sie heiser hervor.

 

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